Zum 100jährigen Geburtstag der Drehbrücke: Ein Gedicht von Ursula Beckert.

Pitsch - Der gute Brückengeist

Es gibt ihn - diesen kleinen Wicht!

Man ahnt ihn - doch man sieht ihn nicht!
Und wollt ihr wissen, wie er heißt?
P I T S C H - heißt er, der Brückengeist.
Seit 100 Jahren schon am Ort
meldet er sich jetzt zu Wort.
Ein großes Fest ist nicht mehr fern
- und Geister -feiern auch recht gern.

Die Drehbrücke ist sein Zuhaus,
da tobt er sich so richtig aus.
Denn eines steht seit langem fest:
Auch - wenn er sich nicht blicken läßt,
es ging bisher nur alles klar,
weil Pitsch beim Drehn zur Stelle war!
Sobald der Brückenmeister dreht -
der Brückengeist danebensteht.

Was auch der Brückenmeister macht,
Pitsch überwacht ihn, Tag und Nacht.
Von ihm wird alles kontrolliert,
damit niemals etwas passiert.
So prüft er die Maschinen richtig,
das hält der Kobold für sehr wichtig!
Er rastet nicht, er wacht je meist -
Pitsch, der gute Brückengeist.

Geht der Brückenmeister heim,
ist Pitsch dann endlich ganz allein.
Rasend schnell saust er herum,
jede Schraube dreht er um,
läßt zwar alles; wie es war,
doch klopft er hier und rüttelt da.
Beginnt er Werkzeug zu verstecken,
dann will er seinen Meister necken ...

Fängt am anderen Morgen dann
der Meister erst zu suchen an
und schimpft und poltert fürchterlich,
dann lacht er, dieser kleine Wicht,
er zaubert alles her - sogleich
und freut sich über seinen Streich.
Für ihn ist vieles ganz bequem,
als Geist ist er ja nicht zu sehn!


Wenn er Besucher kommen sieht,
die wissen wollen, was geschieht,
ist er in seinem Element,
weil er die Brücke so gut kennt.
Der Brückenmeister müht sich sehr,
erzählt, erklärt, eilt hin und her,
fehlt ihm ein Wort - s'kommt selten vor,
Pitsch haucht's ihm unbemerkt ins Ohr.

Das Brückendrehn erfordert Kraft.
Der Meister macht das meisterhaft.
Pitsch mischt sich unsichtbar mit rein,
die Arbeit soll auch geistvoll sein!
Danach springt er ins kühle Naß,
ihm macht das ungeheuren Spaß,
weil er im Wasser kontrolliert,
ob's auch von unten funktioniert.

Dem Meister ist seit langem'klar,
daß er nie ganz alleine war ....
Er konnte Pitsch halt nur nicht greifen,
er sucht, er rief, begann zu pfeifen:
„Du mußt doch irgendwo hier hocken ...!"
Der Kobold ließ sich nie verlocken.
Einmal hätt'er ihn fast gefunden,
da war der Geist - blitzschnell- verschwunden.

Der Meister - er wird einmal gehn,
die Drehbrücke, sie bleibt bestehn
und wird wohl weiter - Tag und Nacht
von Pitsch, dem Brückengeist bewacht.
Das ist auch gar nicht so verkehrt,
ein guter Geist - ist sehr viel wert!
Von Schlössern, Burgen weiß man's schon,
auch Geister haben Tradition!

Die Drehbrücke wird 100 Jahr,
ein langer Zeitraum ist's fürwahr
Jahrzehnte gingen so vorbei,
Pitsch war von Anfang an dabei.
Und feiern nun beim großen Feste
zahllreiche, gutgelaunte Gäste -
Pitsch feiert mit - und das beweist:
Es gibt ihn -

PITSCH, DEN BRÜCKENGEIST..

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